Bondage - und kein Ende in Sicht

Eingetragen am 6 September 2010 von Tussi de Luxe
in der Kategorie: Aus der Szene | Kommentieren

Heute präsentiert uns der Mann aus Teufels Küche - Fer de Lance -  einmal kein Rezept, sondern seine persönlichen Erfahrungen mit dem Thema Bondage. Auch dieser Artikel ist natürlich mit seinem besonderen Ruhrpottcharme gewürzt und bietet dadurch wieder einmal ein besonderes Leseerlebnis.

Viel Spaß wünscht

Tussi de Luxe

Fer de Lance schreibt Ihnen:

Tja… wie kommt man zum Bondage? Der sprüchefeste Theoretiker, dem mangels eigener Kreativität nichts Besseres einfällt wird nun sicher sagen: „Wie die Jungfrau zum Kinde…“. „Muahahahaha“ selten so gelacht! Die Frage aber bleibt… Wie kommt man zum Bondage?

Die berühmte Suche nach dem Schlüsselerlebnis. Beim Nachdenken über diesen Artikel fiel mir ein, dass es gar nicht ein einzelnes Schlüsselerlebnis war, sondern eine Kette von Erlebnissen, die teilweise zeitlich sehr weit auseinander liegen. Deswegen marschieren wir doch mal von Anfang an durch.

Grundschule… 2. Klasse… der Pauker erzählt über das Moor… den Torf… und kommt auf Moorleichen zu sprechen: „Die Leute wurden von der Gemeinschaft verurteilt. Sie waren gefesselt. Konnten sich nicht bewegen…“. An den Rest kann ich mich nicht mehr erinnern… aber an diese Worte… selbst nahezu 40 Jahre später… klingen sie in meinen Ohren als wären sie gerade gesagt worden.

Dann kam der erste Segelschein. Da lernt man Knoten zu knoten. Und – warum auch immer – ich habe sie trotz angeborener Faulheit bis zur Ohnmacht geübt. Mit rechts, mit links auf dem Rücken, mit geschlossenen Augen. Als ob mir klar war, dass die Dinger wirklich sitzen müssen und man sie in Situationen machen können muss, in denen man ernsthaft keine Zehntelsekunde Zeit zum probieren hat. Beim segeln selbst kommt dann die Sicherheit im Umgang mit dem Seil. Meine Schoten, Tampen und Festmacher waren stets immer preußisch Korrekt sortiert bzw. aufgeschossen, wie der Seemann sagt. Unordnung in diesem Bereich kann ich bis heute nicht leiden. Die von vielen als Maßgeblich genannte Cowboy-und-Indianer-Nummer – sprich: Fesselung am Marterpfahl der dann doch eher der Pflaumenbaum auf dem wilden Grundstück drei Straßen weiter ist – ist dagegen spurlos an mir vorüber gegangen.

Beide genannten Erfahrungen und Erkenntnisse existierten lange Zeit nebeneinander her. Der berühmte missing link war nach wie vor, tja eben missing.

Irgendwann landet man dann mit Sexshop-fähigem Alter tatsächlich irgendwann im Sexshop… pikanter weise auf der Reeperbahn. Magazine, Magazine, Magazine… darunter eine Ausgabe „Restraint“. Aus heutiger Sicht Western Bondage mit Lesben-Anteil, DIN A4 und völlig überteuert. Ich habe es nicht gekauft. Mein Hirn hat lediglich aus dem missing link den link gemacht: Seil, fesseln, ficken. Für diese Trilogie konnte ich dann gelegentlich die eine oder andere Dame gewinnen. Nicht selten endet die Nummer dann jedoch so, dass sie mir erklärte: „Schatz… wir haben jetzt was ziemlich perverses gemacht. Das kann man mal machen… aber die nächsten zwölf Monate bleiben wir bei dem, was wir davor hatten.“

Na toll! Und wieder hatte es eine nicht gepeilt von der es man so sehr gehofft hatte. Ich denke, diese Sorte Erfahrung kennt jeder von uns. Der Rest ist schnell erzählt und verlief sicher nicht erheblich anders als bei den meisten hier: Man trennt sich, fängt an die Neigung bewusst zu leben, findet früher oder später Anschluss in der Szene, lernt dann jemanden außerhalb der Szene kennen, versaut ihn – in meinem Fall sie – mal so richtig vollständig. Der Western-Style geht flüssig aus den Fingern und alles könnte so schön sein.

Den letztmaligen Klick hatte ich dann, als ich mich ernsthafter mit der japanischen Variante – Shibari – beschäftigte. Nicht als Erkenntnis, sondern als Gewissheit: Eigentlich wollte ich die ganze Zeit nichts anderes machen. Mädels fliegen lassen – mit Seil. Nur, warum?

Die Faszination ist mehrspurig:
- Ich tue etwas, was ich gut kann
- Ich erzeuge Lust, ohne unmittelbar intim zu werden
- Ich führe den bewussten Austausch von Hingabe und Verantwortung durch
Gerade der letzte Punkt – sich der Hingabe würdig zu erweisen – ist absolut und außer Frage ein sehr erhebendes Gefühl. Zudem wird die Nummer „höher, schneller, weiter“ im Sinne von mehr Härte ausgeblendet. Beim Bondage dreht es sich grundsätzlich stets um „präziser“. Auf jeden Fall habe ich es für mich so verstanden. Und es freut mich wirklich ein Model während dessen und danach mit dem bezaubernden Lächeln auf den Lippen zu sehen, welches sich einstellt, wenn sie die Seile nicht nur körperlich sondern auch mental an sich ran lässt.

Das, was heute unter dem Begriff „japanische Bondage oder Shibari“ zu finden ist, ist neben der militärischen Verwendung eine Ableitung aus der Polizeiarbeit im historischen Japan. Der polizeiliche Anspruch an eine wirksame Fesselung war:
- Die Selbstbefreiung musste unterbunden sein.
- Physische oder psychische Schäden durften durch die Fesselung nicht verursacht werden.
- Es sollte nicht erkennbar sein, wie sie gemacht wurde.
- Sie sollte gut aussehen.

Diese Kriterien gelten bis heute. Sie sollte nicht raus kommen, na ja… auf jeden Fall nicht so einfach. Es ist nicht die Aufgabe eine Fesselung zu körperlich oder mental zu schaden. Dafür gibt es andere Methoden. Eine Fesselung soll Immobilisieren – nicht mehr und nicht weniger. Wenn sie komplex ist und auch der geneigte Betrachter Anfang und Ende sucht, dann ist das kein Nachteil. Und da wir alle Ästheten sind möchte ich, dass mein Model durch meine Bondage besser aussieht.

Jetzt kommt noch die unvermeidbare Frage nach dem Material. Da gibt es unter den Shibaristen alles zwischen Fachsimpelei und Grabenkrieg. Meine Empfehlung ist: probieren durch fühlen – dann stellt sich jede Vorliebe von selbst ein. Informiere dich auf mindestens fünf Websites. Kauf Nylon im Baumarkt, kauf den Rest in den diversen Online-Shops und probiere es aus.

Ganz einfach: try it and you’ll like it.

Fer de Lance

In Teufels Küche - Folge 6

Eingetragen am 4 August 2010 von Tussi de Luxe
in der Kategorie: Des Teufels Küche | Kommentieren

Hier ist er wieder der unvergleichliche Null-Sterne-Koch aus dem Ruhrgebiet.Wieder einmal würzt er mit Humor und einer ordentlichen Portion Perversion. Ob’s schmeckt? Nun, das müsst ihr alleine herausfinden. Nachkochen und Feedback abgeben.

Alle Rezepte sind ohne Gewähr und das Ausprobieren erfolgt auf eigene Gefahr.

Dennoch - viel Spaß und gutes Gelingen

Eure Tussi de Luxe

Gambas mit Pfeffersauce
Also… seien wir doch mal ehrlich. Wenn hier 5000 Leute den blog lesen, dann haben wir hier 5000 verschiedene Kinks. Da gibt es ganz sicher eine große Schnittmenge. Das soll auch so sein und ist würdig und recht. Und dann gibt es genau so sicher eine Menge, die sich diametral gegensätzlich ausschließt.

Manche von uns lieben das Spiel mit dem Widerstand. Etwas zu überwältige oder überwältigt zu werden, kann kicken… aber so richtig. Ich war jetzt überwältigt von einem Essen, das an Einfachheit kaum zu überbieten ist und trotz der kleinen Menge dennoch eine unglaublich befriedigende Wirkung hatte. Ungefähr so wie ein feines Spanking. Kann man immer machen und befriedigt immer. Beide Seiten.

Du nimmst je Person
6 Gambas… je größer desto besser
1 TL Öl, geschmacksneutral
100 ml Sahne, Creme fraiche, Creme double oder Mascarpone
½ TL Tomatenmark
1 EL grüner Pfeffer aus dem Glas
1 TL gestoßener schwarzer Pfeffer aus dem Mörser

Du machst das Öl in der Pfanne heiß und wirfst die Gambas rein. Nun aufpassen. Die Gambas sollen sehr kurz heiss angebraten werden, damit Röstaromen in der Pfanne entstehen, die wir mit der Sahne / Creme x / Mascarpone wieder einfangen. Also, wenn die Gambas noch glasig sind, wieder herausnehmen und zwischen zwei Tellern warmhalten. Das Tomatenmark eben in der Pfanne, die weiter auf dem Feuer steht, verrühren. Dann die Sahne / Creme x / Mascarpone sowie den Pfeffer (beide Sorten) hinzu. Nochmal die Gambas kurz hinzu – fertig.

Ich genieße es mit Baguette und einem kühlen Sancerre. Subbi darf mir danach einen blasen und anschließend den Teller ablecken. Schließlich muss man ja der dominanten Fürsorgepflicht Genüge tun.

Euer Fer de Lance

Der Autor: Fer de Lance, ein typischer Kerl aus dem Ruhrgebiet. Held des Alltags, Freizeitkoch und Charmeur der alten Schule. Seine rauhe, pöttlerische Ausdrucksweise gibt seinen Rezepteschreibungen die Würze.

TOXYD meets SMART-ART in Essen

Eingetragen am 28 Juli 2010 von Tussi de Luxe
in der Kategorie: Aus der Szene, Neues von TOXYD | 1 Kommentar

Am 31. Juli 2010 präsentiert SMART-Rhein-Ruhr ein großes Kulturevent mit bekannten Künstlern der Szene. Schon im vergangenen Jahr war diese Veranstaltung ein großer Erfolg.

So erwartet auch dieses Mal ein Programm für alle Sinne auf die Gäste:

… für die Augen …

- T. Burggraf - Fotoausstellung und Macher des “Event-Engels”

- SirX - mit einer speziellen Fotoausstellung + EXTRA Beamershow

- Le Six - phantasievolle Bilderausstellung + Requisiten

- Toxic Pics - Fotoausstellung

- l obscurite - surrealistische Bildkunst (via Beamer)

- muse de lecrivain - philosophische Bildkunst (via Beamer)

… für die Ohren …

- Leander Sukov & Julietta - lesen im Duett sinnliche Texte

- Sascha Mersch (alias Ramses Schach) - “Das Klavier ist ein Schlaginstrument”

- Radio-Artgerecht auf der Bühne Interviews mit Künstler und Gästen

- Olivia Betz- wird u.a. aus Sophie Andreskys Roman “Vögelfrei” lesen

- Chambre séparée aka Keikobad und vivant- Lieder von und über Frauen

… für die Sinne …

- Matthias T.J. Grimme - Bondage im stilvollen Rahmen

- Ishara - Nadeln! Haut! Federn!in vier Gesamtkunstwerken vereint

- Gipser - Der “Bondage-Gipser” zeig euch seine art der Abformung

- Vladi und allegria zaubern uns ein paar wunderbare Bodypaintings

… und die Verkaufsstände …

- Auratus - Tattoo & Piercing

- WaldMichelsHoldi - Toys aus Holz

- Rolf Seehafer - Schönes - “zum Spielen” - aus Metall

- Steinmetz & Hartel GbR - Schmuck, Masken u.v.m.

- Slacks Fashion - Modevorführung + Verkaufsstand

- Gothesque - Modevorführung + Verkaufsstand

- BlackRose - DER Szeneausstatter in Duisburg

Am Stand der Blackrose wird sich TOXYD mit seiner „Trinity-Kollektion“ präsentieren.

Weitere Info unter:
http://www.smartart.smart-rhein-ruhr.de

Bootcamp Teil 3

Eingetragen am 18 Juli 2010 von Tussi de Luxe
in der Kategorie: BDSM-Geschichten | 2 Kommentare

Bootcamp - Ein Erlebnis in Neun Teilen - 3. Teil

Die folgende Geschichte ist die Nacherzählung eines Camps welches so tatsächlich stattgefunden hat. Nichts davon ist erfunden – aber Manches ist ausgelassen. Ich beschränke mich auf das was ich erlebt habe und natürlich stellt es ausschließlich meine Sichtweise der Dinge dar. Manches habe ich als zu privat eingestuft und überhaupt nicht erzählt. Die, anstatt der Namen, verwendeten Initialen, haben keinen Bezug zu den tatsächlichen Namen. A,B und C sind die Aktiven, M ist die neutrale Beobachterin, Y und Z zwei Passive, so wie ich.

Teil 3

Zwischendrin gab es hier und da praktischerweise ein paar Pfützen, matschige Stellen – und ich hab’s geschafft mich neben die frischen Pferdeäpfel zu werfen. Später durften wir die Pferdetraufe mit Heu von einem großen Stapel füllen und bekamen dafür 25 min Zeit. Das haben wir wider Erwarten locker geschafft, weil Y die Idee hatte das Heu nicht mit der Hand zu transportieren, sondern auf eine herumliegende Plane zu laden – so dass wir nur fünf oder sechs mal laufen mussten. C’s Blick sprach Bände! Man muss sich auch über kleine Siege freuen können. Also, mich hat’s gefreut!

In der nachfolgenden Pause in der Kaffee ein paar Kalorien für uns, und ich weiß nicht was für die Aktiven,erholten wir uns dürftig, um anschließend nach ein paar Boxhandschuhen in der Werkstatt suchen, was uns nach einmaligem Quängeln beim Cheffe „Da sind aber keine Boxhandschuhe“ auch gelang. Für’s Quängeln bekam Z ordentlich Dresche während Y und ich versuchten je einen der Handschuhe zu reinigen - schnell und gründlich ist ein blöde Kombination! A schwang weiterhin locker die Peitsche während Z am Pranger hing und irgendwo zwischen Leiden und Genießen schwebte.

Anschließend bekamen wir den Auftrag den Grill anzufeuern, damit Würstchen und Co für die schwer an Verantwortung Tragenden zum Abendessen zubereitet werden konnte. C band mich schließlich los – welch ein Genuss sich frei bewegen zu können ohne ständig durch die Kette behindert zu werden – und ich durfte für das leibliche Wohl am Tisch der herrschenden Klasse sorgen. Ich habe mich redlich bemüht – von links anzureichen, nicht durch laufende Gespräche zu greifen – und die Zeit, die ich nicht gebraucht wurde, mit dem Rücken zur Gesellschaft zwei Meter im Abseits auf einem Stuhl verbracht. Es war ein sonderbares Erlebnis. Ich konnte jedes Wort hören, die Gespräche verfolgen, mir meine Gedanken dazu machen, aber mich auch nicht beteiligen. So war meine Aufmerksamkeit geteilt. Zum Einen ganz bei mir und der Situation, in der ich mich erstaunlich wohl fühlte, zum Anderen bei den Leuten in meinem Rücken, die sich über Gott und die Welt und über die noch ausstehende Tour, durch den Waldbach am Rande des Geländes, unterhielten.

M holte Hasenbabys aus dem Stall und verteilte sie an Alle, die Lust auf etwas Kuscheliges hatten – ich bekam auch eines. Da saß ich nun auf meinem Stuhl, ein Hasenbaby auf dem Schoß und wartete auf Aufforderungen oder Nebensätze die mir anzeigten, dass ich gebraucht wurde. Die Situation war ein Stück weit skurril, aber für mich von einer ruhigen Gelassenheit, die ich mit Erstaunen zur Kenntnis nahm.

Fortsetzung folgt…

In Teufels Küche - Folge 5

Eingetragen am 13 Juli 2010 von Tussi de Luxe
in der Kategorie: Aus der Szene, Des Teufels Küche | 1 Kommentar

Hier ist er wieder der unvergleichliche Null-Sterne-Koch aus dem Ruhrgebiet.Wieder einmal würzt er mit Humor und einer ordentlichen Portion Perversion. Ob’s schmeckt? Nun, das müsst ihr alleine herausfinden. Nachkochen und Feedback abgeben.

Alle Rezepte sind ohne Gewähr und das Ausprobieren erfolgt auf eigene Gefahr.

Dennoch - viel Spaß und gutes Gelingen

Eure Tussi de Luxe

Cevapcici, sprich: Tschewapptschitschie

Jeder kennt es, keiner weiß warum es da unten besser schmeckt als hier. Ganz einfach – Rezept und Methode.

Rezept: Der halbe Balkan mischt sein Fleisch, weil manchmal von einer Sorte einfach zu wenig da ist. Als ergänzt man Rind und Lamm – was sicherlich für keinen ein großes Problem darstellen soll. Eventuell muss man beim Metzger vorher anrufen. Der freut sich darüber bestimmt, bereitet es vor und man braucht noch nicht einmal zu warten wenn man die Beute abholt.

Methode: Die Methode ist, sie in der Pfanne oder auf dem Grill nicht trocken werden zu lassen. Saftig sollen sie sein. Ungefähr so wie die interessanten Körperpartien von deinem Bückstück, wenn ihr mal wieder Amtshandlungen vollzieht.

Zutaten für die Cevapcici
1 kg Hackfleisch, halb Rind und halb Lamm
4 Zwiebeln
5 Knoblauchzehen
1 Bund Petersilie
2 EL Salz
1 TL Rosenpaprika scharf oder
1 TL gemahlene Chillies
5 EL Olivenöl

Zwiebeln und Petersilie feinst hacken, Knoblauch pressen. Mit allen anderen Zutaten mischen. Dann hast Du etwa eine halbe Stunde Pause in der du dir deine Sub vornehmen kannst. Das Luder braucht es garantiert und du hast ja schon fleißig gearbeitet. Gut, was? So macht Arbeit noch Spaß. In der halben Stunde hat das Fleisch etwas geruht und die Zutaten konnten sich vermählen. Dann schmeckt es besser.

Jetzt machst du aus dem Fleisch kleine Würstchen ungefähr in den Abmessungen eines mittleren Daumens. Bitte keine monströsen Dom-Pranken oder zerbrechliche Subbilein-Fingerchen als Referenzobjekte wählen. Die mittlere Größe sollte schon so passen. Warum? Tja, da wären wir beim Geheimnis dieser Speise: Die Cevapcici sollen nach dem Braten durch aber auch noch schön saftig sein. Hab ich ja oben bereits erwähnt. Und das geht einfacher mit den richtigen Abmessungen des Materials.

Zutaten zum Braten:
2 EL Sonnenblumenöl oder Bratfett
1 Pfanne
1 Herd
1 Pfannenwender, Fleischgabel oder ähnliches Folterinstrument

Den Herd stellst du mit Pfanne und Öl auf zwei Drittel Kraft voraus. Leg die Cevapcici parat, denn jetzt kommt der Tragödie zweiter Teil.
Stell dich also an die Pfanne und guck auf die Uhr und mach ein Test-Cevapcici. Sieh zu, dass du es je zwei Minuten von zwei Seiten quälst. Nimm es raus, brech es durch und inspiziere es. Es soll saftig sein und durchgängig dieselbe Farbe haben. Sofern ja, malträtierst du die anderen Dinger genauso, sofern nein, machst du einen weiteren Test mit angepasster Verweildauer. Geht ganz einfach… ist wie beim Austeilen: Auf die Dauer und Intensität kommt es an… dann kommt man auch zu hoch befriedigenden Ergebnissen.

Dazu servierst du dann Ayvar. Und das geht so.

Ayvar

Zutaten für etwa einen Liter Creme:
1,5 kg rote Paprika und Spitzpaprika halb und halb
1 Aubergine
1 Schlangengurke
4 große Zwiebeln
6 Zehen Knoblauch
1 große Dose geschälte Tomaten (800 ml)
400 ml weißer Balsamico
400 ml Wasser
1 EL Zucker
1 EL Salz

Zum Abschmecken:
Salz
Zucker
Olivenöl in guter Qualität
Rosenpaprika scharf oder
gemahlene Chillies

Die Gurke, die Zwiebeln und den Knoblauch schälen und wie alle anderen Gemüse grob würfeln und ab in den Topf damit. Der Topf sollte nicht zu klein sein. Die Paprika brauchen nicht geschält zu werden, da hinterher püriert wird. Dann das Wasser und den Essig drauf sowie das Salz und den Zucker rein. Gut so, die Hauptarbeit ist damit bereits jetzt erledigt.

Feuer frei und das Ganze etwa 1 h kochen lassen, bis alles schön gar und weich ist. Dabei das gelegentliche Umrühren nicht vergessen, damit nichts anbrennt.

Dann alles in ein Sieb gießen und etwas abtropfen lassen. Die Flüssigkeit wird nicht mehr benötigt, schmeckt aber sehr gut als säuerliche Gemüsebrühe sowohl warm als auch kalt im Sommer. Subbilein kann das zum Beispiel sehr gut aus dem Näpfchen schlabbern. Das gefällt Subbi nicht? Dann hat Subbi das Ganze wohl noch nicht verstanden, was? Es dreht sich nämlich gar nicht darum, was Subbi gefällt. Ganz und gar nicht. Subbi macht das, was man zu Subbi sagt. Sonst gibts Aua… oder beides. Na, also… geht doch!

Das Gemüse dann in einem Topf mit dem Pürierstab auf die gewünschte Konsistenz pürieren und anschließend nach Belieben abschmecken. Auf die Menge empfehle ich zwei EL Olivenöl und je einen TL von den anderen Gewürzen als Grundwürze. Danach sollte man probieren und nach Belieben verfeinern.

Sofern es eingemacht werden soll, nochmal erhitzen und in ausgekochte Gläser füllen.

Ayvar macht sich exzellent als begleitende Creme beim Grillen. Der Test gegen ein Fertigprodukt hat ergeben, dass diese Version deutlich leckerer ist.

Ich empfehle, mindestens diese Menge zuzubereiten. Wenn man nicht einkochen will, kann man das Ayvar auch bequem einfrieren.

Euer Fer de Lance

Der Autor: Fer de Lance, ein typischer Kerl aus dem Ruhrgebiet. Held des Alltags, Freizeitkoch und Charmeur der alten Schule. Seine rauhe, pöttlerische Ausdrucksweise gibt seinen Rezepteschreibungen die Würze.

Wochenende Deluxe

Eingetragen am 8 Juli 2010 von Tussi de Luxe
in der Kategorie: Aus der Szene, Party- und Locationberichte | 1 Kommentar


Wochenende Deluxe - anders kann ich das Ding nicht benennen! Freitag völlig Stino – muss ich hier nicht näher beschreiben. Samstag – Fußball – Deutschland gewinnt mit 4:0 Toren gegen Argentinien und landet im Halbfinale gegen Spanien. Genial, gute Stimmung vorprogrammiert!

Trotz einiger heftiger Gewitter machen wir uns um 22.00 Uhr auf nach Köln zum KultURschock, eine Party auf die wir uns schon seit Wochen freuen. Freie Autobahn, Parkplatz und sogar den wenig einladend wirkenden Eingang zur Location „Odonien“ haben wir mühelos gefunden.

Ein dunkler, holpriger Weg führt zum Kassenhäuschen. Freundlich werden wir von Ilka – maßgeblich an der Organisation beteiligt – begrüßt. Nach der Bezahlung des angemessenen Eintrittspreises von 15 Euro plus 7 Euro für Getränke laufen wir vorbei an feuerspeienden Schrottfiguren und anderen Installationen aus Dingen die der (normale) Mensch nicht braucht. Auf jedem Quadratmeter haben sich Künstler an Weggeworfenem ausgelassen und die ausgefallensten Kunstwerke kreiert. Im Laufe des Abends entdecke ich bei jedem Rundgang etwas Neues und bin zuletzt sicher, dass ich noch immer nicht alles gesehen habe.

Dazwischen Geräte, geschickt platziert zum diskreten und dennoch öffentlichen Spiel, fügen sich harmonisch in die bizarre Landschaft ein. Die Bar erinnert mich spontan an Urlaub im Süden, Lichttechnik, Musik und die hochsommerlichen Temperaturen perfektionieren diesen Eindruck.

Aus einer Ecke hinter der Bar locken Düfte exotischer Gerichte aus großen Pfannen. Irgendwie überkommt mich automatisch das Gefühl einer unendlichen Leichtigkeit des Seins. So scheint es auch den Anderen zu gehen. Im Gegensatz zu anderen Playpartys ist die Stimmung gelöst, locker, freundlich und mir erscheinen die Gäste gelassener und offener als auf anderen BDSM-Partys.

Die Spielmöglichkeiten sind gut belegt und dennoch wirkt alles großzügig und frei, weil sich die Stahl-SM-Möbel von Era-Design so perfekt in die Umgebung einfügen als hätten sie nie woanders gestanden.

Ich genieße die Musik und die Atmosphäre in vollen Zügen, freue mich über bekannte und neue Gesichter – es ist schön hier. Manchmal zuckt mein Tanzbein, aber die leere Fläche schreckt dann doch ab.

Miguel und seine 5 Helfer haben in vielen harten Stunden ganze Arbeit geleistet. Niemand ahnt so wirklich wie viel Aufwand, Schweiß und Nerven investiert wurden. Es hat sich gelohnt, auch wenn es ein paar mehr Gäste hätten sein können. Um 3.00 Uhr verlassen wir den fast unwirklich anmutenden Ort und sind hochgestimmt. Es wurde schon wieder hell als die letzten Gäste das Gelände verließen.

Danke Miguel & Co – das schreit nach WIEDERHOLUNG!!! Am Tag vor dem CSD 2011 wird es dann so weit sein.

Sonntag – ich bin müde und eigentlich nicht in Feierlaune. Aber der dritte Kaffee ändert das und schwinge mich in die nächste Partykleidung. Dieses Mal für den letzten Tag des CSD in Köln.

Wieder fahren wir auf der A57, wieder kein Stau und wieder finden wir einen Parkplatz, der uns größere Fußmärsche erspart.

Unser Stammplatz ist schon gut gefüllt und wie jedes Jahr treffen wir altbekannte Gesichter. Es ist warm, die Parade schön und scheint kein Ende zu haben. Dank der hochsommerlichen Temperaturen sind die Angriffe der Wasserpistolen von den schönen Wagen herzlich willkommen.

Bei den Paradeteilnehmern ist die Stimmung fantastisch. Köln feiert mit seinen Gästen!

Zum Abschluss stürzen wir uns noch einmal ins Gewühl der Altstadt. Es ist gerammelt voll! Die Außengastronomie ist gut besucht und es gibt kaum freie Tische. Irgendwo finden wir dann doch noch ein Plätzchen von dem wir alles gut im Auge haben. Party!

Wir sind müde und die Hitze hat uns besiegt. Der Weg zum Parkhaus fällt schwer und auf dem Heimweg fallen mir die Augen zu. Ich freue mich schon jetzt auf’s nächste Jahr.

Rokoko Latexkleid ab einem Euro!

Eingetragen am 25 Juni 2010 von admin
in der Kategorie: Neues von TOXYD | 2 Kommentare

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