In Teufels Küche

Eingetragen am 10 Dezember 2009 von Tussi de Luxe
in der Kategorie Des Teufels Küche, SM ist eine todernste Sache ;-) |

Man muss das Rad nicht neu erfinden, aber manchmal lohnt es sich mit schmückendem Beiwerk ein Ding wieder attraktiv zu machen und damit die Lust, es wieder einmal auszuprobieren.

So geht es mir mit Rezepten. Manche Rezeptbücher sind so wunderschön gestaltet und die Beschreibung so bildhaft, dass man auf der Stelle los rennt, einkauft und drauflos kocht.

Bei dem ein oder anderen Leser lahmt vielleicht auch gerade das bizarre Liebesleben ein wenig und benötigt eine neue Verpackung, ein wenig frischen Wind. Und was liegt näher als Kochen und Liebe? Liebe geht durch den Magen – und gemeinsame Kochorgien bringen Spaß, fördern die Kreativität und können auch den müdesten SMler wieder auf die Beine bringen.

Hier an dieser Stelle wird es in lockerer Folge Rezepte der besonderen Art geben. Schwungvolle Anleitungen mit Sex, Humor und SM gewürzt – Viagra für die Kreativität – geschrieben von SMlern für SMler. Legen wir also gleich los mit “Alles dreht sich nur um’s Ei” von “Fer de Lance” und schauen was passiert. Viel Spaß und gutes Gelingen. Ach ja, die Rezeptautoren freuen sich sicher über ein nettes Feedback. ”

Eure Tussi de Luxe

„Doppelte Dosis“ oder „Willst Du wohl aufhören so rumzueiern?“

Nun ja. Es geht um das Ei. Vielmehr gesagt um dessen Plural, die Eier. Und dann auch noch in einer Surf-and-turf-Kombination. Aber, zäumen wir das Pferdchen nicht von hinten auf sondern fangen vorne an.

Eier, besonders die Variante mit Schale, können universell eingesetzt werden. Braten, backen, kochen, süß und herzhaft. Dann wäre da noch die Geschichte mit der Eiermensur. Zwei Duellanten stellen sich mit entblößtem Oberkörper am besten morgens um halb 5 nach der Einnahme geistiger Getränke im geziemenden Abstand entfernt voneinander auf. Deren Sekundanten reichen ihnen jeweils ein Hühnerei. Auf Kommando des Unparteiischen werden die Eier per Luft dem Gegner zugeführt mit dem Ziel, das Ei zu zerstören. Wer glaubt, dass Eierschalen nicht schneiden können, sollte das mal probieren.

Ach so, in unseren Kreisen würde es natürlich weitaus gerechter zugehen. Top fixiert Sub und beginnt mit den Zielübungen. Hinterher macht Sub alles wieder schön sauber. Tolle Sache. Aber… ich schweife ab… wir waren ja beim Essen.

Weil nicht jeder Kochen kann, aber fast jeder Wasser heiß machen und warten kann, wählen wir jetzt mal die ganz einfache Variante: Wir kochen ein Ei. Ein Hühnerei. Eher gesagt mindestens zwei. Ja, genau… die Dinger, die man überall kaufen kann. Da pickt man unten, d. h. am dickeren Ende der Eier ein oder zwei Löcher rein. Dann macht man Wasser heiß. Wenn es kocht, also sprudelnd Blasen aufsteigen, legt man die Eier in das Wasser und macht den Deckel drauf. Die Hitze nicht abschalten sondern anlassen und 5 Minuten warten. Sollten die Eier direkt aus dem Kühlschrank kommen, so wie bei mir, brauchen sie 6 Minuten. Danach spült man sie für etwa eine halbe Minute unter kaltem Wasser ab. Das war’s. Fertig sind mindestens zwei wachsweiche Eier.

Hallo? Und was soll daran so toll sein? Das kann doch jeder!

Halt, halt, halt… nicht so vorlaut. Wir sind ja noch nicht fertig. Sub hat den Tisch schön gedeckt, der Kaffee duftet, warme Brötchen, leckere Marmelade, die Eier sind fertig und…? Es kommt auf den Tisch: Forellenkaviar. Iiiiieeehhh… Fischeier. Genau! Schon vergessen? Surf-and-turf-Kombination. Landnahrung mit Seenahrung gemischt. Du nimmst den Forellenkaviar, drapierst ihn auf dem Ei und vernaschst beides zusammen. Salz brauchst du dann nicht mehr, die Fischeier sind salzig genug. Hmm… da werden die Sinne wach… das warme Ei mit dem kühlen Kaviar… die Fischeier zerplatzen im Mund. Ein tolles Gericht. An Einfachheit wahrlich nicht zu überbieten und sehr, sehr sinnlich sofern man sich darauf einlässt.

Eventuell erlaubt die Dominante ja, dass der Submissive dieses Gericht von ihren Füßen verzehrt. Oder Wauzi darf es aus dem Napf schlabbern.

Weil ich ein ziemliches Ferkel bin, bevorzuge ich persönlich eher eine Modifikation des guten alten, stramm konservativen Ei-im-Glas. In dem Fall wird das Ei statt fünf nur dreieinhalb Minuten gekocht. Es ist dann noch sehr weich und wird in ein Glas gepellt, verrührt, gesalzen und mit einem Löffel aus dem Glas gegessen. Bei mir käme statt Salz der Forellenkaviar in das Glas, dessen Inhalt auf die Sub, die brav in einem hübschen Bondage auf dem Küchentisch darauf wartet, dass ich erst mein Ei von ihr genieße und sie danach diverse Eiweißverbindungen von mir genießen darf.

Wer sich dafür entscheidet, meine Variante zu probieren, sollte sicherstellen, dass die Temperatur der Mischung soweit gefallen ist, dass es nicht sofort zu Brandblasen kommt.

Viel Spaß und viel Genuss!

Der Autor: Fer de Lance, ein typischer Kerl aus dem Ruhrgebiet. Held des Alltags, Freizeitkoch und Charmeur der alten Schule. Seine rauhe, pöttlerische Ausdrucksweise gibt seinen Rezeptbeschreibungen die besondere Würze.

Kommentare

1 Kommentar vorhanden für “In Teufels Küche”

  1. Hans schrieb am 27 Dezember 2009 um 12:44 pm

    Klinkt lecker ;-)

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