In Teufels Küche - Folge 2

Eingetragen am 11 Januar 2010 von Tussi de Luxe
in der Kategorie Des Teufels Küche, SM ist eine todernste Sache ;-) |

Hier ist er wieder der unvergleichliche Null-Sterne-Koch aus dem Ruhrgebiet. Er würzt wieder mal mit Humor und einer ordentlichen Portion Perversion. Ob’s schmeckt? Nun, das müsst ihr alleine herausfinden. Nachkochen und Feedback abgeben.

Alle Rezepte sind ohne Gewähr und das Ausprobieren erfolgt auf eigene Gefahr.

Dennoch - viel Spaß und gutes Gelingen

Eure Tussi de Luxe

Coq au cola

Das folgende Rezept kannst du im halben Internet nachlesen. Kaum ein Idiot, der das nicht kennt und irgendwo postet. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass alle gegenseitig voneinander abschreiben. „Hey… ich hab ein Super-Rezept… da kommst du nie drauf, wie das gemacht wird… und es ist grandios superlecker…“. So oder ähnlich kann ich den Besitzerstolz aus den Rezepten herauslesen. Irgendwas zwischen ungewöhnlich und ekelig in der Zubereitung aber gleichzeitig mit famosem Ausgang. Dessen sind sich alle sicher.
Doch leider ist das Rezept immer falsch!

Und wenn du nicht auch zu der Hammelherde der dumpfbackigen Abschreiber gehören willst, sondern etwas mehr drauf hast (oder wenigstens so tun willst als hättest du) dann passt du mal schön auf, was Onkel de Lance dir hier schreibt.

Also, du willst doch diese scharfe Domse rumkriegen, oder? Ja… wusste ich es doch. Wie macht man das? Du zeigst ihr, dass du ein Kerl bist, zeigst ihr, dass du ein Gehirn hast, zeigst ihr, dass du ihr ergeben sein wirst und du zeigst ihr, dass du in der Lage bist wenigstens ein Gericht so zuzubereiten, dass sie versucht ist, in die Knie zu gehen und um mehr zu bitten. Du bist zwar schneller mit deinem Wunsch nach Schläge, aber hättest du sie zappeln lassen… wer weiß, wer weiß…

OK… los geht’s…

Kauf ein Huhn, eine Ingwerknolle, zwei Schalotten, 0,1 l japanische Soja-Sauce und einen Liter Cola. Ja… es passt schon… einen Liter Cola. 5 cm Ingwerknolle und die Schalotten schälen und in Scheiben schneiden. Das zusammen mit allem anderen in einen Topf, den auf den Herd, den anschalten aufkochen, die Hitze zurücknehmen und für 45 Minuten alles leise köcheln lassen.

Dann: Huhn vorsichtig raus nehmen, das Fleisch ablösen und warm stellen (50 Grad im Backofen unter Alu-Folie). Den Rest kippst du durch ein Sieb in einen anderen Topf.

Jetzt probieren. Die Sauce natürlich. Tja… mein Freund… nun liegt es an dir. Du musst nämlich abschmecken. Und genau da versagen die anderen. Aber ich verrate es dir.

Du brauchst nicht:
Zucker und Salz… du hast nämlich Cola und Soja-Sauce drin.

Aber du brauchst:
Rosenpaprika, Zimt, Cayenne-Pfeffer und eventuell etwas Essig.

Du nimmst Zimt und Essig in sehr geringen Dosen. Das andere Zeug ruhig etwas großzügiger. Du schmeckst das ganze damit ab. Sachte und mit Hirn – nicht übertreiben… es dreht sich hier um was, oder?

OK. Sollte die Sauce zu flüssig sein, binde sie mit Saucenbinder, auch bekannt als Mondamin, ab. Mir persönlich würde dazu Baguette reichen… wer mehr will, nimmt Reis oder Kartoffeln. Nudeln sicher nicht… für die gibt es bessere Kombinationen.

Diabetiker sollten Abstand nehmen – alle anderen werden wie verrückt dieses Gericht zu analysieren versuchen. Ich verrate nie, was es ist und alle lieben es. Und deine neue Domse wird sich vermutlich anders bei dir bedanken… jammere nicht, schließlich bist du am Ziel.

Der Autor: Fer de Lance, ein typischer Kerl aus dem Ruhrgebiet. Held des Alltags, Freizeitkoch und Charmeur der alten Schule. Seine rauhe, pöttlerische Ausdrucksweise gibt seinen Rezepteschreibungen die Würze.

Kommentare

3 Kommentare vorhanden für “In Teufels Küche - Folge 2”

  1. wolfgang schrieb am 12 Januar 2010 um 8:30 am

    klingt lecker

  2. Elke schrieb am 12 Januar 2010 um 10:50 am

    Nun bekomme ich aber Hunger :-)

  3. Parson schrieb am 13 Februar 2010 um 5:47 pm

    Nettes Rezept, doch ich würde noch etwas Zirtonenschale dazu geben….

    Aber ne Domse möchte ich da nicht mit rum kriegen, eher meinne Sklavin schwach machen ;o)

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