In Teufels Küche - Folge 5

Eingetragen am 13 Juli 2010 von Tussi de Luxe
in der Kategorie Aus der Szene, Des Teufels Küche |

Hier ist er wieder der unvergleichliche Null-Sterne-Koch aus dem Ruhrgebiet.Wieder einmal würzt er mit Humor und einer ordentlichen Portion Perversion. Ob’s schmeckt? Nun, das müsst ihr alleine herausfinden. Nachkochen und Feedback abgeben.

Alle Rezepte sind ohne Gewähr und das Ausprobieren erfolgt auf eigene Gefahr.

Dennoch - viel Spaß und gutes Gelingen

Eure Tussi de Luxe

Cevapcici, sprich: Tschewapptschitschie

Jeder kennt es, keiner weiß warum es da unten besser schmeckt als hier. Ganz einfach – Rezept und Methode.

Rezept: Der halbe Balkan mischt sein Fleisch, weil manchmal von einer Sorte einfach zu wenig da ist. Als ergänzt man Rind und Lamm – was sicherlich für keinen ein großes Problem darstellen soll. Eventuell muss man beim Metzger vorher anrufen. Der freut sich darüber bestimmt, bereitet es vor und man braucht noch nicht einmal zu warten wenn man die Beute abholt.

Methode: Die Methode ist, sie in der Pfanne oder auf dem Grill nicht trocken werden zu lassen. Saftig sollen sie sein. Ungefähr so wie die interessanten Körperpartien von deinem Bückstück, wenn ihr mal wieder Amtshandlungen vollzieht.

Zutaten für die Cevapcici
1 kg Hackfleisch, halb Rind und halb Lamm
4 Zwiebeln
5 Knoblauchzehen
1 Bund Petersilie
2 EL Salz
1 TL Rosenpaprika scharf oder
1 TL gemahlene Chillies
5 EL Olivenöl

Zwiebeln und Petersilie feinst hacken, Knoblauch pressen. Mit allen anderen Zutaten mischen. Dann hast Du etwa eine halbe Stunde Pause in der du dir deine Sub vornehmen kannst. Das Luder braucht es garantiert und du hast ja schon fleißig gearbeitet. Gut, was? So macht Arbeit noch Spaß. In der halben Stunde hat das Fleisch etwas geruht und die Zutaten konnten sich vermählen. Dann schmeckt es besser.

Jetzt machst du aus dem Fleisch kleine Würstchen ungefähr in den Abmessungen eines mittleren Daumens. Bitte keine monströsen Dom-Pranken oder zerbrechliche Subbilein-Fingerchen als Referenzobjekte wählen. Die mittlere Größe sollte schon so passen. Warum? Tja, da wären wir beim Geheimnis dieser Speise: Die Cevapcici sollen nach dem Braten durch aber auch noch schön saftig sein. Hab ich ja oben bereits erwähnt. Und das geht einfacher mit den richtigen Abmessungen des Materials.

Zutaten zum Braten:
2 EL Sonnenblumenöl oder Bratfett
1 Pfanne
1 Herd
1 Pfannenwender, Fleischgabel oder ähnliches Folterinstrument

Den Herd stellst du mit Pfanne und Öl auf zwei Drittel Kraft voraus. Leg die Cevapcici parat, denn jetzt kommt der Tragödie zweiter Teil.
Stell dich also an die Pfanne und guck auf die Uhr und mach ein Test-Cevapcici. Sieh zu, dass du es je zwei Minuten von zwei Seiten quälst. Nimm es raus, brech es durch und inspiziere es. Es soll saftig sein und durchgängig dieselbe Farbe haben. Sofern ja, malträtierst du die anderen Dinger genauso, sofern nein, machst du einen weiteren Test mit angepasster Verweildauer. Geht ganz einfach… ist wie beim Austeilen: Auf die Dauer und Intensität kommt es an… dann kommt man auch zu hoch befriedigenden Ergebnissen.

Dazu servierst du dann Ayvar. Und das geht so.

Ayvar

Zutaten für etwa einen Liter Creme:
1,5 kg rote Paprika und Spitzpaprika halb und halb
1 Aubergine
1 Schlangengurke
4 große Zwiebeln
6 Zehen Knoblauch
1 große Dose geschälte Tomaten (800 ml)
400 ml weißer Balsamico
400 ml Wasser
1 EL Zucker
1 EL Salz

Zum Abschmecken:
Salz
Zucker
Olivenöl in guter Qualität
Rosenpaprika scharf oder
gemahlene Chillies

Die Gurke, die Zwiebeln und den Knoblauch schälen und wie alle anderen Gemüse grob würfeln und ab in den Topf damit. Der Topf sollte nicht zu klein sein. Die Paprika brauchen nicht geschält zu werden, da hinterher püriert wird. Dann das Wasser und den Essig drauf sowie das Salz und den Zucker rein. Gut so, die Hauptarbeit ist damit bereits jetzt erledigt.

Feuer frei und das Ganze etwa 1 h kochen lassen, bis alles schön gar und weich ist. Dabei das gelegentliche Umrühren nicht vergessen, damit nichts anbrennt.

Dann alles in ein Sieb gießen und etwas abtropfen lassen. Die Flüssigkeit wird nicht mehr benötigt, schmeckt aber sehr gut als säuerliche Gemüsebrühe sowohl warm als auch kalt im Sommer. Subbilein kann das zum Beispiel sehr gut aus dem Näpfchen schlabbern. Das gefällt Subbi nicht? Dann hat Subbi das Ganze wohl noch nicht verstanden, was? Es dreht sich nämlich gar nicht darum, was Subbi gefällt. Ganz und gar nicht. Subbi macht das, was man zu Subbi sagt. Sonst gibts Aua… oder beides. Na, also… geht doch!

Das Gemüse dann in einem Topf mit dem Pürierstab auf die gewünschte Konsistenz pürieren und anschließend nach Belieben abschmecken. Auf die Menge empfehle ich zwei EL Olivenöl und je einen TL von den anderen Gewürzen als Grundwürze. Danach sollte man probieren und nach Belieben verfeinern.

Sofern es eingemacht werden soll, nochmal erhitzen und in ausgekochte Gläser füllen.

Ayvar macht sich exzellent als begleitende Creme beim Grillen. Der Test gegen ein Fertigprodukt hat ergeben, dass diese Version deutlich leckerer ist.

Ich empfehle, mindestens diese Menge zuzubereiten. Wenn man nicht einkochen will, kann man das Ayvar auch bequem einfrieren.

Euer Fer de Lance

Der Autor: Fer de Lance, ein typischer Kerl aus dem Ruhrgebiet. Held des Alltags, Freizeitkoch und Charmeur der alten Schule. Seine rauhe, pöttlerische Ausdrucksweise gibt seinen Rezepteschreibungen die Würze.

Kommentare

1 Kommentar vorhanden für “In Teufels Küche - Folge 5”

  1. Gute Miene schrieb am 18 Juli 2010 um 2:54 pm

    Das klingt wirklich lecker. Werde ich mal testen!

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